„Sagenhaftes“ Jahr fürs Eurogress Geschäftsführerin Kristina Wulf präsentiert Rekordzahlen für 2016: Umsatz um 20 Prozent gesteigert, Zuschussbedarf fast halbiert. „Erfolgreichstes Jahr in der Geschichte.“

Aachener Zeitung 15.03.2017, Oliver Schmetz;

 Wenn eine Geschäftsführerin Zahlen präsentiert und dabei das Wort „sagenhaft“ in den Mund nimmt, weiß man, dass das Ganze auf eine Erfolgsgeschichte hinausläuft. Eurogress-Chefin Kristina Wulf sagt an diesem Mittag sogar zweimal „sagenhaft“ – und übertreibt trotzdem nicht. Schließlich präsentiert sie die Bilanz für ein Jahr, „das als das bisher erfolgreichste in die Geschichte des Eurogress Aachen eingeht“.

2016 zählte man in dem Kongresszentrum am Stadtpark, im Businessbereich des Tivoli und auf dem Bendplatz demnach erneut mehr als eine Million Besucher – der Rekord des Vorjahres –, legte aber beim Umsatz enorm zu. Auf 4,1 Millionen Euro wurden die Einnahmen mit insgesamt 349 Veranstaltungen gesteigert, womit man deutlich über der eigenen Prognose von 3,2 Millionen und eine glatte Million über dem Vorjahreswert lag. Das Gesamtergebnis habe man damit, so Wulf, im Vergleich zu 2015 sogar um 43 Prozent gesteigert – bleibt aber nach wie vor im Minus. Immerhin kann sich die städtische Kämmerin freuen, dass der Zuschussbedarf unter dem Strich von 1,9 Millionen Euro in 2015 auf nun 1,1 Millionen fast halbiert worden ist.

Dass das Eurogress wie fast alle kommunalen Kongresszentren landauf, landab dauerhaft rote Zahlen schreibt, liegt laut Wulf daran, „dass alle keine marktgerechten und kostendeckenden Preise nehmen“. Insbesondere mit kulturellen Angeboten erfülle man eben auch den Auftrag, möglichst vielen „Bürgern Angebote zu machen, die man sich leisten kann“. Außerdem habe man in Aachen in den vergangenen Jahren mehr als 20 Millionen Euro investiert und werde sich auch in Zukunft immer wieder fit für den Wettbewerb machen müssen. Von daher sei der Gedanke, irgendwann einmal in die schwarzen Zahlen zu kommen, schlicht „illusorisch“.

 

Dennoch rechne sich der jährliche Zuschuss für die Stadt allemal, betont der für die Wirtschaftsförderung zuständige Dezernent Manfred Sicking. Schließlich bringen Kongressteilnehmer auf vielfältige Weise Geld in die Stadt. Dieser Profit beispielsweise für Restaurants, Hotels, Einzelhandel oder auch die Taxibranche, den man im Eurogress mit dem schönen Wort „Umwegrentabilität“ bezeichnet, konnte laut Wulf im Rekordjahr von zuvor knapp 13 auf 14,6 Millionen Euro gesteigert werden.

Das insgesamt beeindruckende Umsatz-Plus habe man einem „hoch motivierten Team, das sehr effizient gearbeitet hat“, und starken Zuwächsen in der Kongresssparte zu verdanken, bilanziert die Eurogress-Chefin: „Im vergangenen Jahr hatten wir besonders viele umsatzstarke Veranstaltungen.“ Von solchen Kongressen, die über 100 000 Euro Umsatz bringen, gab es 2016 gleich sieben. Sonst sind es vielleicht zwei pro Jahr. Dass daneben auch die Räume im Tivoli erstmals kostendeckend betrieben werden konnten, fällt dagegen nicht so ins Gewicht. Zu klein ist der Anteil dieses Bereiches, den man für Seminare, Hochzeiten oder Weihnachtsfeiern anbietet, am Gesamtpaket Eurogress. „Aber er ist eine wunderbare Ergänzung“, sagt Wulf.

Das große Kongresszentrum am Stadtpark ist derweil in diesem Jahr schon wieder für 20 Kongresse und 30 Tagungen gebucht. Und einiges komme erfahrungsgemäß noch hinzu, ist die Chefin sicher. Daneben gastieren etliche Comedygrößen und zunehmend Musicalshows. Ob dann am Ende die nächste Rekordbilanz steht? Kann sein, dass das noch ein, zwei Jahre dauert. „2017 wird gut“, sagt Wulf und lacht, „aber 2018 und 2019 werden wieder ziemlich gut.“ Womit vielleicht schon das nächste „sagenhaft“ in der Luft liegt.

Laute Lobeshymnen für das Eurogress-Team

Für das Eurogress-Team gab es gestern laute Lobeshymnen – und zwar zunächst von der eigenen Chefin. „Ein solches Ergebnis ist nur mit einer hochmotivierten Mannschaft zu schaffen und verlangt dem gesamten Team Höchstleistungen ab“, betonte Kristina Wulf, als sie den Rekordumsatz von 2016 verkündete. Für Politik und Verwaltung lobten der Vorsitzende des Betriebsausschusses, Klaus-Dieter Jacoby (CDU, rechts), und Dezernent Manfred Sicking „die sehr guten Zahlen, die sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen können“.

 
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