Bäcker tanzen bis in den frühen Morgen

„Süße Kerle“ und viel Leckeres

Rund 2500 Gäste beim Bäckerball. „Puffel und Strick“ begeistern.

Aachen. Den ersten Karnevalsorden des Abends bekamen die jecken Gäste schon am Eurogress-Eingang verliehen: den goldbraunen „Laugenbrezel am Band“. „Das machen wir jedes Jahr so“, erklärt Bäckermeister und Elferratsmitglied Heinrich Kaussen. Spätestens im Eingangsbereich, wo Puffeln, Muzen und Muzemandeln duften, ist dann jedem Jecken klar, dass er sich auf dem Tanzparkett des „Karnevalsvereins Aachener Bäcker“ befindet.

Zum „fünfmal elften Jubiläum“ ging es besonders hoch her auf dem närrischen Bäckerball. „Heute stehen die Chancen gut, mit bester Karnevalsstimmung in den frühen Sonntagmorgen durchzustarten“, begrüßte Präsident Michael Nobis die 2500 gut gelaunten Gäste, und schon ging es los mit dem furiosen Sitzungsprogramm des Abends.

Unter großem Jubel seines Narrenvolkes zog Märchenprinz Max I. mitsamt seinem Gefolge und dem Öcher Storm ein. Auf das Kommando „Marketenderin tanz!“ wirbelte Jugend-Marketenderin Inga durch die Luft und begeisterte mit kunstvollen Radschlägen und komplizierten Tanzfiguren. Lennet Kann, in Aachen der schönste Mann, alias Dr. Dirk von Petzold, ließ bei seinem Auftritt die Herzen aller Närrinnen höher schlagen. Auch Entertainer Mr. Tomm (Thomas Mazorek) brachte den Saal zum Toben. Als Tina Turner gab der Alleskönner „simply the best“, und bei seiner Carmen-Interpretation blieb kein Auge trocken.

Jürgen Becker weiß als Jürgen B. Hausmann hingegen genau Bescheid über die Angewohnheiten der Aachener: „Ein Teilchen ist in Deutschland ein kleiner Teil von was Großem. Hier ist es bei Besuch der Ersatz für den Kuchen, weil der zu teuer ist und weil Plätzchen zu ‚noi‘ (geizig) ist.“ Ein besonderes Highlight stand mit dem Auftritt von „Puffel und Strick“, gespielt von den Elferratsmitgliedern und Bäckermeistern Josef Drouven und Heinz Klein. „Mir sind zwei süße Kerle“, begrüßten sie ihr Publikum und stellten sich anschließend musikalisch vor: „Ich bin der Puffel und er der Strick. Er is ne Schlank und ich bin dick.“

Rauschende Ballnacht

„Wir wollen die Menschen glücklich machen. Sie sollen hier den Alltag vergessen und ein paar schöne Stunden verbringen“, so Elferratsmitglied Heinrich Kaussen über die Idee des Bäckerballes. Und die traf bei allen Gästen ins Schwarze. So auch bei den drei Aachener Freundinnen Annett, Britta und Vera: „Wir waren schon öfter auf dem Bäckerball und finden es hier toll, weil wir die Aachener Tradition erleben wollen.“ Als Teufel, Biedermeierfräulein und Clown feierten sie nach der prunkvollen Sitzung mit unzähligen Jecken eine rauschenden Ballnacht.