Sitzung Prinzengarde und Gardeball 2015

Mo.: 12.01.2015, Aachener Nachrichten; von Lee Beck

Der Wendler erobert die Jecken

Bei der Sitzung der Prinzengarde bringt der Stimmungssänger den Saal zum Toben. Nur nach Helene Fischer hätte er besser nicht gefragt. Prinz Axel II. sorgt erneut für beste Stimmung.

„Wollt ihr lieber Helene Fischer sehen?“ Eine riskante Frage, die Michael Wendler da am Samstagabend bei der Oecher Fastelovvendschau gestellt hat. Denn das Publikum bejahte laut jubelnd. Der Stargast der diesjährigen Sitzung der Prinzengarde im Eurogress nahm es nicht persönlich. Er ballte die Faust, spannte den Bizeps an, fixierte die Damen selbstbewusst mit seinen blauen Augen und setzte zu seinem Hit „Nina“ an.

Es war ein anstrengendes Wochenende für die Narren. Schlag auf Schlag folgte nach der Prinzenproklamation am Freitag die Sitzung der Prinzengarde am Samstag. Zu Beginn des Abends begrüßte Kommandant Dirk Trampen die Jecken und erklärte, dass auch bei der Prinzengarde die Session ganz im Zeichen des Pferdes stehe. Das Motto lautet dieses Jahr „Gaudemus Equis – Wir haben Freude am Pferd“. Wenn man sich den Orden der Prinzengarde ganz genau anschaut und die Augen fest zusammenkneift, erkennt man, dass der schwarze Adler im Herzen das CHIO-Logo trägt.

Das neuformierte Tanzpaar Marco Krings und Sabrina Haagen strahlte zwar auf der Bühne, war an diesem Abend leider etwas unsicher und fegte bei einer unglücklichen Bewegung dem Mariechen den Dreispitz vom Kopf. Trainiert werden die beiden von Ex-Prinz Bernd Marx. Wie sagt man doch so schön – aller Anfang ist eben schwer.

Auch in diesem Jahr setzte die Prinzengarde auf ihr langjähriges Erfolgsrezept, wenig Wortbeiträge, viel Musik. Tatsächlich war das Urgestein im Karneval, das Trio Josef, Jupp und Jüppchen, das einzige in der Bütt. Für ihre frechen Witze, bei denen sie Jüppchens mangelnde Englischkenntnisse aufs Korn nahmen, ernteten sie herzliche Lacher.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte die Band Querbeat mit dem anspruchsvollen Publikum zu kämpfen. Die jungen Trompeter stiegen sogar auf die Tische im Saal, um die 1400 Narren im Europasaal zu begeistern – mit mäßigem Erfolg.

CHIO-Atmosphäre

Axel II., frisch als Tollität proklamiert, war genauso lässig und cool wie am Vorabend. Er spricht wunderbar Öcher Platt. Sein Auftritt war sicherlich einer der Höhepunkte des Abends. Im Gepäck hatte er die CHIO-Atmosphäre mit seinem Lied „Winke, Winke“. Routiniert zückte der Aachener Turnierdirektor Frank Kemperman sein weißes Taschentuch und ließ es enthusiastisch im Takt zur Musik wehen. Auch die anderen Narren griffen berherzt zu ihren weißen Tüchern.

Dass Michael Wendler früher als geplant auf die Bühne musste, tat der Stimmung gut. Schon im Vorfeld hatten einige Fans Fotos mit ihm hinter der Bühne gemacht und präsentierten diese stolz im Saal. Seine Anwesenheit war also sicher. Nur wann sollte er endlich kommen? Die Rabaue hatten mit den üblichen Karnevalshits der Masse schon etwas eingeheizt. Die Tanzformation Kölner Rheinveilchen, zuerst noch auf der Autobahn vermutet, traf aber niemals ein. Wendler wurde vorgezogen.

Er sang „Wovon träumst du heut‘ Nacht?“. Die Damen drückten sich eng um die Bühne, bestaunten den Sänger in Lederjacke und hautengem Glitzershirt. Der Saal war gut gefüllt, neben den Tischen, auf den Stühlen und in den Gängen tanzten die Narren. Einige Frauen scherzten: Sollten sie ihren BH auf die Bühne werfen? Trotzdem konnte Wendler mit dem Stargast des letzten Jahrs, Schlagerkönig Jürgen Drews, nicht mithalten.

Und dann kam der letzte Programmpunkt, der jeder Sitzung den finalen Schliff verleiht und die Narren endgültig ins Jeckenfieber katapultiert: die 4 Amigos. Mit BHs sind sie sicherlich schon beworfen worden. Und ob die Öcher Jecken ihre geliebten 4 Amigos gegen Helene Fischer eintauschen würden?

 
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