Ganz gleich wie das Wetter in diesem Sommer wird –
faszinierende Aussichten ins Weltall sind den Grenzländern sicher. Im Eurogress,
Monheimsallee, findet von Ende Juni bis September die Ausstellung „Geheimnis
Weltall“ mit über 300 Bildern des Astrofotografen Sebastian Voltmer statt. Dazu
werden filmische Dokumentationen und Real-Animationen des jungen
„Sternenguckers“ im Brüssel-Saal, im Tagungstreff und im Foyer zu sehen sein.
Wann seine Faszination für das Weltall und dessen Phänomene anfing, kann
Sebastian Voltmer genau benennen: Einen Tag, bevor 1994 ein Komet auf den
Jupiter einschlug, hatten seine Eltern ein Teleskop gekauft, und der
Zwölfjährige beobachtete das Ereignis. Seitdem hat der Saarländer jede Menge
Wissen über den Kosmos, über Sterne und Planeten angesammelt. Gleichzeitig wuchs
seine technische Ausrüstung, mit der er viel beachtete Fotos und Filme aufnimmt.
Sternschnuppenregen
Zu den Highlights, die er in Aachen zeigen will, gehört eine
Real-Animation des Mars. Im Jahr 2005 fotografierte er drei Monate lang jede
Nacht den Himmelskörper. Dabei ermöglichten ihm perfekte Wetterbedingungen und
die relative Nähe des Mars zur Erde eine gute Sicht. Das Ergebnis in Form von 27
000 Einzelbildern montierte er zu einem Film. Die farbigen Bilder lassen
zahlreiche Details wie Vulkane, Canyons sowie den Verlauf eines gigantischen
Staubsturms erkennen.
Sein Film über einen Sternschnuppenregen in der Mandschurei wurde schon
mehrfach im Bayerischen Fernsehen gezeigt, und sogar eine Hollywood-Produktion
bediente sich Voltmers Bilder einer Mondfinsternis als dramaturgisches Element.
Der Student der Kunsthochschule Kassel mit dem Schwerpunkt Film und
Fotografie und Gast der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst
zählt außerdem namhafte Magazine und Nachrichtensendungen zu seinen Kunden.
„Der Ausstellung sind zwei Jahre Vorbereitungszeit vorausgegangen, und sie
bringt Laien und Fachleute gleichermaßen zum Staunen“, sagt Leonhard Ullrich,
der das Konzept erstellte. Er hat für das Eurogress in den 90er Jahren bereits
mehrere Kunst-Ausstellungen kuriert, zu denen Schauen mit Bildern von Dali und
Hundertwasser zählten. Mit „Geheimnis Weltall“ möchte er gerne an diese Erfolge
anknüpfen. Zurzeit ist in Aalen ein Vorläuferprojekt in kleinerem Umfang zu
sehen.
In Aachen sollen noch mehr Bilder, optische Geräte des Archivs der Zeiss
Jena-Werke und Meteo-ritentrümmer zu sehen sein. In einem abgedunkelten
„Erlebnistunnel“ werden die Besucher außerdem eine eindrucksvolle Projektion des
Himmels bestaunen können.
Auch für Kinder
Die Erfahrungen aus Aalen zeigen, dass bereits Kindergartengruppen mit
viel Interesse die Ausstellung besuchen. Deshalb planen die Veranstalter,
Gruppen in altersgerechten Führungen die Mysterien des Himmels näher zu bringen.
Leonhard Ullrich macht darauf aufmerksam, dass der sternenklare Nachthimmel
immer ein Blick in die Vergangenheit bedeutet: „Bis das Licht uns erreicht, sind
teilweise Millionen von Jahren vergangen.“
Die Ausstellung wird neben viel Wissenswertem auch jede Menge schöne Bilder
liefern. „Diesmal zeigen wir eine ganz andere Art Kunstausstellung“, fasste
Eugen Rinder, Geschäftsführer des Eurogress, diesen Aspekt zusammen.
„Geheimnis Weltall“ wird vom 30. Juni bis 9. September täglich von 10 bis 18
Uhr im Eurogress Aachen zu sehen sein. Anmeldung und Infos: Telefon 0241/9 13 12
30.