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„Sprechender Bauzaun“ berichtet über Geschichte, Gegenwart und Zukunft

Dies ist eine Information des Fachbereiches Presse und Marketing der Stadt Aachen

Er ist 350 Meter lang, 2,50 Meter hoch und er „spricht“: Ein imposanter und aufwendig gestalteter Bauzaun umrahmt derzeit das Neue Kurhaus in Deutschlands westlichster Großstadt, in Aachen. Das historische Kurhaus wird derzeit unter Federführung des städtischen Gebäudemanagements für rund 50 Millionen Euro aufwendig saniert und in eine beeindruckende Eventlocation für die Aachener Bürgerschaft verwandelt. Seit Mai 2020 ist der „Sprechende Bauzaun“, wie ihn die Stadt Aachen getauft hat, ein wahrer Hingucker und stellt ein neuartiges Element der Aachener Baustellenkommunikation dar. Der Zaun „spricht“ dabei natürlich nur im übertragenden Sinne. Auf ihm erfahren Besucherinnen und Besucher durch zahlreiche Texte und Bilder viel Interessantes über Geschichte, Gegenwart und Zukunft des neoklassizistischen Baus. Der analoge „Sprechende Bauzaun“ wird von einer umfassenden Social-Media-Kampagne flankiert. Im Netz finden Userinnen und User unter dem Hashtag #neueskurhaus Videos, alte und neue Bilder, Zusatzinformationen und vieles mehr rund ums Kurhaus.

„Wir sind davon überzeugt, dass diese umfassende und ansprechende Form der Baustellenkommunikation bei den Menschen gut ankommt. Wir wollen aber nicht nur darüber informieren, was war, was ist und was wird. Wir wollen mit den Menschen über das Neue Kurhaus ins Gespräch kommen“, nennt Eurogress-Geschäftsführerin Kristina Wulf ein Hauptargument für den ungewöhnlichen Weg, den man hier in Aachen einschlägt. Das Eurogress, bereits heute direkt neben dem Neuen Kurhaus daheim, wird nach dem Abschluss der Bauarbeiten als  Hauptnutzer seine Kapazitäten und Möglichkeiten für Veranstaltungen durch die neugeschaffenen Räumlichkeiten erweitern. 

Vor 104 Jahren, am 8. Juni 1916, feierte das Neue Kurhaus Eröffnung. Nahe des noch heute existierenden Stadtgartens sollte eine Unterkunft der „Kategorie 1A“ entstehen, weiß Historiker Professor Frank Pohle, der das städtische Museum „Centre Charlemagne“ leitet. 

Aachen ist als Kur- und Badeort berühmt geworden. In den  heißen Quellen badeten einst schon die Römer und der Legende nach brachten sie Kaiser Karl bei wiederkehrenden Fiebererkrankungen Linderungen.

Doch durch vermehrte Syphilisfälle um die Jahrhundertwende war  der Kurstandort Aachen in Verruf geraten. Das Neue Kurhaus - seinen Namen erhielt es, da bereits ein älteres Kurhaus an der Komphausbadstraße angesiedelt war - sollte den alten Glanz zurückbringen und Kurgäste willkommen heißen.

Im ruhigen Stadtgarten, der im Rahmen der damaligen Bauarbeiten eine Erweiterung erhielt, entstand daher in den 1910er Jahren das Neue Kurhaus, das durch eine Wandelhalle mit dem noch heute existierenden  „Quellenhof“-Hotel verbunden war: „Alles, was das Herz begehrt, sollte hier zu finden sein: Spaziergangmöglichkeiten, Kuranwendungen und verschiedene Veranstaltungen wie Bälle, Tänze und Konzerte für 850 Personen“, fügt Frank Pohle an.

Die geplante Eröffnung im Jahr 1915, die mit einem Kaiserbesuch und einer Ausstellungseröffnung verbunden sein sollte, wurde aufgrund des tobenden Ersten Weltkriegs in den Sommer 1916 verlegt. 

Rund 40 Jahre blieb das imposante Gebäude eine Kuranlage, bis es im Zweiten Weltkrieg so schwer beschädigt wurde, dass es schließen musste.

Erst 1953 feiert es mit einer Karnevalssitzung seine Wiedereröffnung. Von 1976 bis 2015 befand sich die Spielbank im Neuen Kurhaus und das Sternerestaurant „Gala“ samt der hauseigenen Diskothek „Club Zero“ lockten internationale Gäste und Prominenz aus Deutschland und dem nahegelegenen Belgien und Holland in die Kaiserstadt.

Mit dem Auszug des Spielcasinos in den Aachener Tivoli im Sommer 2015 endet vorerst die Geschichte des Neuen Kurhauses.

 

Sprechender Bauzaun als modernes Mittel der Baustellenkommunikation

Auch wenn viele Aachenerinnen und Aachener ganz persönliche Geschichten mit dem Kurhaus verbinden, gibt es bis heute viele unbekannte oder vergessene Informationen und Anekdoten über das geschichtsträchtige Gebäude an der mondänen Allee.

Ein Spaziergang entlang des „sprechenden“ Zauns, der das gesamte Kurhaus umschließt, offenbart diese Geheimnisse: so berichtet der Zaun zum Beispiel, dass vor dem Kurhaus das Maria-Hilf-Spital auf dem Grundstück angesiedelt war, das zahlreiche versteckte Marmorsäulen durch die vor Ort aktiven Restauratorinnen und Restauratoren in den letzten Monaten freigelegt werden konnten und dass Andy Warhols „Triple Elvis“ nur eines von rund 100 Werken namhafter Künstler in den Räumen des Casinos war.

Der Zaun zeigt Fotos aus den glamourös-mondänen Spielcasino-Zeiten in den 1970er- und 80er-Jahren, berichtet von Anekdötchen und Ameröllchen aus der Welt der Roulettetische und legendären Partynächten im „Club Zero“.

Infos zu den aktuellen Umbauarbeiten samt Plänen, die die Zukunft des Neuen Kurhauses als attraktive Eventlocation aufzeichnen, runden das ansprechend gestaltete Kommunikationspaket vor Ort ab.

 

Social-Media-Kampagne #neueskurhaus begleitet das Bauprojekt

Und während die Sanierungsarbeiten mit Volldampf voranschreiten, serviert das Social-Media-Team der Stadt Aachen regelmäßig neue spannende Info-Happen. Unter dem Hashtag #neueskurhaus ist das geschichtsträchtige Gebäude seit Sommer in allen digitalen Kanälen der Stadt Aachen, Youtube, Facebook, Instagram und Twitter, mit Videointerviews und historischen Fotos vertreten.

So berichten insgesamt sieben Zeitzeugeninnen und Zeitzeugen, unter anderem Croupiers, Haustechniker und PR-Manager, in kurzen Interviews über die mitunter wilde Zeit im Haus. Historiker Pohle legt die Geschichte des Kurhauses dar.

Auch der ehemalige Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp, der Ende Oktober sein Amt an die erste grüne Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen, Sibylle Keupen, weitergab, erinnert sich in einem Video an das Neue Kurhaus. Bereits als Kind  kannte er die beeindruckenden Räume, da sein Großvater dort als Hausmeister arbeitete.

Alle bisher veröffentlichten Interviews erhielten innerhalb weniger Tage mehrere hunderte Aufrufe.

 

Bis dato eher unbekannte historische Fotos des Kurhauses, Innen- und Außenansichten, werden jeden zweiten Montag im Monat im Rahmen der Fotoreihe #aachenhistorisch bei Facebook, Instagram und Twitter veröffentlicht. Interessierte Userinnen und User können virtuell unter anderem den Lesesaal, schmucke Innenhöfe mit Springbrunnen und den Kurgarten kennenlernen.

 

Sanierungsarbeiten bis 2023

Hinter dem „Sprechenden Bauzaun“ kommen die Arbeiter unterdessen gut voran. „Die Entkernungsarbeiten sowie die Schadstoffsanierung sind so gut wie abgeschlossen. Wir liegen insgesamt sehr gut im Zeit- und Kostenplan sagt Klaus Schavan, technischer Geschäftsführer des Gebäudemanagements der Stadt Aachen. „Das Projekt birgt immer wieder Überraschungen und wird daher eng gesteuert“, so ergänzt er. Nach einer kurzen Phase, in der unter anderem denkmalpflegerische Sanierungsarbeiten vorgenommen werden, beginnen Anfang 2021 die Arbeiten zur Herrichtung des Gebäudes als Veranstaltungshaus und Club.

Der Abschluss der Bauarbeiten ist für das Jahr 2023 vorgesehen: „So lange wird uns auch der ‚Sprechende Bauzaun‘ begleiten und wir werden den Menschen sicherlich noch die ein oder andere spannende Geschichte rund ums Neue Kurhaus erzählen können, bevor wir dann hoffentlich ein neues Kapitel mit diesem Gebäude aufschlagen dürfen“, steckt Kristina Wulf voller Vorfreude.

 

Die Social Media-Kanäle der Stadt Aachen:

Youtube: www.youtube.com/user/aachenonline1

Instagram: www.instagram.com/stadtaachen/

Facebook: www.facebook.com/unseraachen

Twitter: https://twitter.com/PresseamtAachen

Foto Copyright: Stadt Aachen David Rüben

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