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Erreichte Ziele sind eine Herausforderung

Aachener Zeitung, 09.11.2017,
Peter Schopp

Aachen Tourist Service, Eurogress und Stadt freuen sich über gute Veranstaltungsnoten . „An Grenze des Machbaren angekommen.“

Die Dame und die Herren blickten sehr zufrieden drein: Professor Dr. Manfred Sicking, Dezernent der Stadt Aachen, Matthias Glotz, Geschäftsführer des Aachen Tourist Service (ATS), sowie Kristina Wulf, Geschäftsführerin des Eurogress, hatten zum Gespräch gebeten. Hatte ihnen doch eine Studie höchst offiziell eine hohe Attraktivität als Veranstaltungs-standort bescheinigt. Das europäische Institut für Tagungs-wirtschaft EITW hatte im Auftrag von Eurogress und ATS von Februar bis April 4000 Veranstaltungs- und Kongresscentren, Hotels und Eventlocations befragt, um den Aachener Verantwortlichen Belege für ihre Arbeit beziehungs-weise Anregungen für Verbesserungen zu geben.

Mehr als 600 000 Teilnehmer

Insgesamt fanden 2016 in Aachen 4852 Veranstaltungen mit mehr als 601 300 Teilnehmern statt. Diese waren auf 25 Veranstaltungsorte verteilt. Im Vergleich zur zurückliegenden Erhebung 2010 eine deutliche Steigerung. Gemessen an Veranstaltungstagen (177) ragt Aachen deutlich über den deutschlandweiten Durchschnitt (127) hinaus, was eine sehr gute Auslastung der Veranstaltungsorte bedeutet. Die Dauer der einzelnen Veranstaltungen liegt dabei mit 1,4 Tagen etwas unter dem Deutschlandtrend (1,6), was Glotz mit der Tatsache begründet, dass Aachen keine klassische Messestadt wie zum Beispiel Köln oder Düsseldorf sei, wo eine Veranstaltung auch schon einmal eine Woche dauern könne.

Der Anteil der beruflich motivierten Veranstaltungen liegt in Aachen bei 62 Prozent beziehungsweise 2965 Seminaren, Tagungen und Kongressen. Augenscheinlich beliebt ist Aachen sowohl als Veranstaltungsort als auch für Touristen. Einerseits liegt der Wert mit ausländischen Gästen im Veranstaltungs-bereich mit 6,8 Prozent deutlich über dem deutschen Schnitt (5,9), andererseits kommt die Stadt bei den Übernachtungen ausländischer Gäste in diesem Segment mit 30 Prozent auf einen absoluten Spitzenwert.

Rang drei unter den wichtigsten Universitätsstädten und der neidische Blick der Mitbewerber sind den Verantwortlichen gewiss. Die RWTH und die FH sind Grundlage für einen stetig wachsenden Bedarf an Veranstaltungsmöglichkeiten auch größerer Teilnehmerzahlen. Der Campus mit all den neu ange-siedelten Unternehmen ist Motor für die Veranstaltungs-szene in der Kaiserstadt. Neue Firmen beginnen mit einer ersten Veranstaltung vor Ort, etablieren sich und wachsen, was Tagungen und Kongresse mitwachsen lässt. Auch hier ist der Anteil ausländischer Teilnehmer mit 17 Prozent fast doppelt so hoch wie in der gesamten Republik (8,8).

Bei den Größenklassen der Veranstaltungen hinkt Aachen noch etwas hinterher, einzig das Eurogress mit Kapazitäten bis 2000 Besuchern ermöglicht höhere Teilnehmerzahlen. Auch weil in den meisten Hotels keine größeren Veranstaltungsräume angeboten werden können, finden 98 Prozent der Zusammen-künfte in der Größenordnung bis 500 Personen statt, lediglich 0,5 Prozent haben mehr als 1000 Gäste. Kein Wunder also, dass man auf Seite der Verantwortlichen konkret über eine Erweiterung der Angebotspalette nachdenkt. Das gilt sowohl für den Veranstaltungsort Eurogress, wo Wulf von einem Ausbau träumt, als auch für Veranstaltungsräume nach der Tagung oder dem Kongress. Es fehlt schlicht an gastrono-mischem Raum für größere Teilnehmerzahlen. Der Krönungssaal mit einem Fassungsvermögen von 600 Menschen stößt schnell an seine Grenzen, andere Räume sind eher noch kleiner. „Da geht noch was“, sind sich die drei Protagonisten einig.

Insgesamt bezeichnete Wulf die Situation „als sehr zufrieden-stellend“, wies aber darauf hin, dass man mit den gegebenen Möglichkeiten an der Grenze des Machbaren angekommen sei. Deshalb müsse an der Zukunft gearbeitet werden, und das ginge nur im Schulterschluss aller Beteiligten.

 

 

 
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