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Eurogress knackt die magische Million

Samstag, 19.03.2016; Aachener Zeitung
Matthias Hinrichs

Knapp 1,1 Millionen Besucher zählten Event-Manager 2015 . Service und Qualität im Fokus. Verein kämpft weiter für Konzerthaus.

Die wohl erfreulichste Premiere, welche die Eurogress-Manager 2015 verbucht haben, hat ihnen das Publikum höchstselbst beschert. Will sagen: Nicht nur die Finanzverwalter des städtischen Eigenbetriebs sind quasi im siebenstelligen Bereich unterwegs gewesen. „Bei den Besucherzahlen haben wir die magische Eine-Million-Marke erstmals geknackt“, verkündete Eurogress-Geschäftsführerin Kristina Wulf stolz. Knapp 1,1 Millionen Gäste wurden bei insgesamt 340 Veranstaltungen im Tagungszentrum am Stadtpark, im neuen Aktionsfeld namens Tivoli sowie auf dem Bendplatz gezählt.

Was wird aus dem Kurhaus?

Ein Wermutstropfen in Sachen Standortfrage(n) freilich bleibt aus Sicht mancher städtischer Kulturförderer: Die Hoffnungen der Vertreter der jüngst gegründeten Initiative „Musik- und Theaterfreunde Aachen“ – dass sich der Traum von einer neuen Konzerthalle im benachbarten Neuen Kurhaus vielleicht doch noch erfüllt – dürften vorerst keine Aussicht auf Realisierung haben, meinte Wulf. Die Gespräche mit dem potenziellen Ankermieter „Explorado“ seien bestens gediehen, unterstrich auch Dezernent Professor Dr. Manfred Sicking bei der Vorstellung der Jahresbilanz im Haus an der Monheimsallee. Dennoch: „Wir bleiben zuversichtlich, dass das Projekt trotz allem noch machbar ist“, sagte Thomas Beaujean, Vorsitzender des neuen Vereins, der AZ gestern. „Und wir können dabei durchaus auf viel Unterstützung auch in der Verwaltung bauen.“

Musik in den Ohren der Marketing- und Wirtschaftsexperten liefert die Bilanz 2015 jedenfalls. Denn die neue Rekordmarke in Sachen Resonanz schlägt sich natürlich nicht zuletzt in den schwarz-roten Zahlenwerken nieder. „Im Ganzen sind die Erträge im Vergleich zum Vorjahr auf voraussichtlich 4,84 Millionen Euro um rund 33 200 Euro gestiegen. Die Ausgaben konnten mit 6,83 Millionen Euro um knapp 12 300 Euro reduziert werden“, erklärte Wulf. Somit wurden unterm Strich rund 45 500 Euro mehr erwirtschaftet als 2014. Höchste Anerkennung zollten denn auch Sicking und Klaus-Dieter Jacoby, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Betriebsausschusses Eurogress, dem „hochmotivierten und kreativen Team“ der Event-Profis. „Trotz zuweilen auch heftigen Diskussion stellen wir mit Freuden fest, dass die Qualität der Angebote immer noch besser wird“, betonte Jacoby.

 

Und auch mit seltenen Superlativen geizen die Macher im Hinblick auf Organisation und Service keineswegs. Zumal die Erfolgskurve im dritten Jahresquartal besonders steil nach oben zeigte. So sind allein zwischen Anfang September und Mitte Oktober sechs große Kongresse am Stadtpark veranstaltet worden. „Eine derartige Häufung verlangt dem gesamten Team Höchstleistungen ab“, unterstrich Kristina Wulf. Letztere wurden den Mitarbeitern auch Schwarz auf Weiß bescheinigt. Ob mit Konzerten, Kabarett, Theater oder eben hochkarätigen Messen und Konferenzen: „Tatsächlich haben die Veranstalter uns zu 100 Prozent weiterempfohlen, wie eine Umfrage ergeben hat“, frohlockt Wulf. Für denkbar effektive Kommunikationswege sorge nun übrigens auch ein neues Leitsystem, das die Orientierung im Hause erheblich erleichtere und in Kürze auch digital verfügbar sei. So hätten 99 Prozent der Partner angegeben, dass ihre Erwartungen an In-frastruktur und Dienstleistungen „voll und ganz erfüllt“ worden seien – eine Steigerung um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Was dem Team zudem eine einschlägige Auszeichnung mit dem „Meeting Experts Green Award“ des German Convention Bureaus und des Europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren in der Sparte „nachhaltiges Personalmanagement“ bescherte.

Apropos Nachhaltigkeit: Intensive Anstrengungen zur Verbesserung der Öko-Bilanzen standen ebenso auf der Agenda. Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs wurden mit dem „Gold Logo“-Zertifikats honoriert.
Kurzum: „Das Eurogress hat einmal mehr gezeigt, dass es sich auf dem schwierigen Markt behaupten kann“, bilanzierte Wirtschaftsförderer Sicking.

Damit das so bleibt, soll der städtische Kalender selbstredend weiter mit attraktiven Veranstaltungen gespickt werden. Auf der Liste der zahlreichen Kongresse und Symposien, die 2016 anstehen, finden sich etliche prominente Tagungen mit teils weit über 1000 Teilnehmern. Auf dem Bendplatz ist neben Kirmesspaß, Weihnachtszirkus oder Gourmet-Festival erstmals auch eine große Caravan- und Camping-Messe geplant, die am 23. und 24. April mit hochkarätigen mobilen Exponaten und einer Gebrauchtwagenbörse lockt.

Wohin die weitere Reise in Sachen Optimierung der Standorte geht, bleibt indes die große Frage in den Chefetagen von Politik, Wirtschafts- und Marketingexperten. Die Pläne zur Schaffung einer Mehrzweckhalle, möglichst an der Krefelder Straße, stehen zweifellos ganz oben auf der Agenda. „Die gemeinsamen Überlegungen mit der RWTH, ein weiteres Tagungszentrum auf dem neuen Campus zu bauen, sind weit gediehen“, betonte Sicking.

Die meisten kommen per Pkw aus der Region

Knapp 73 Prozent der Besucher, die das Eurogress 2014 gezählt hat, sind „Wiederholungstäter“, waren also schon öfter zu Gast. Nur 27 Prozent der Befragten gaben an, das erste Mal eine Veranstaltung zu besuchen. 53 Prozent kamen ein bis zwei Mal pro Jahr, 16,3 Prozent fanden den Weg Richtung Monheimsallee drei bis fünf Mal jährlich. Dies ergab eine Umfrage, die Geschäftsführerin Kristina Wulf (Bild) im vergangenen Jahr veranlasst hat.

Aus der näheren Umgebung (bis zu 25 Kilometer) kamen 67,2 Prozent der Gäste, 32,9 Prozent nahmen auch weitere Anfahrtswege in Kauf. Mit dem Bus reisten 14,6 Prozent der Befragten an, 69,1 Prozent kamen mit dem eigenen Auto.

Rund 850 000 Besucher wurden allein bei Veranstaltungen auf dem Bendplatz gezählt, 165 000 Gäste waren es an der Monheimsallee sowie knapp 80 000 in den Tivoli-Räumen.

„Das Eurogress hat einmal mehr gezeigt, dass es sich auf dem Markt behaupten kann.“

Professor Dr. Manfred Sicking,

städtischer Dezernent

 
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